Chakra Meditation: Anleitung für die sieben Chakren
Geführte Meditation: Du bist ganz entspannt und die Reise kann jetzt beginnen.
Geführte Meditation: Du bist ganz entspannt und die Reise kann jetzt beginnen.
Bei einer Chakra-Meditation wanderst du mit deiner Aufmerksamkeit nacheinander durch sieben Körperbereiche. Farben, Mantras und überlieferte Zuordnungen können dabei als Konzentrationshilfen dienen. Du musst weder eine besondere Energie spüren noch etwas „aktivieren“, damit die Übung sinnvoll durchgeführt ist.
Namen, Farben und die kulturelle Einordnung findest du im Beitrag Die sieben Chakren: Namen, Farben und Bedeutung .
Chakren sind Bestandteile unterschiedlicher yogischer und tantrischer Überlieferungen. Sie sind keine anatomisch nachgewiesenen Organe und eignen sich nicht zur Diagnose körperlicher oder psychischer Beschwerden.
Plane für den vollständigen Ablauf etwa 15 bis 25 Minuten ein. Für den Einstieg reichen auch fünf Minuten. Setze dich auf ein Meditationskissen, einen Stuhl oder eine gefaltete Decke. Entscheidend ist, dass du stabil sitzt und ohne unnötige Anspannung atmen kannst.
Wähle für deine erste Meditation nur eine Konzentrationshilfe: den jeweiligen Körperbereich, eine Farbe oder ein Mantra. Alles gleichzeitig im Blick behalten zu wollen, macht die Übung meist unnötig kompliziert.
Schließe die Augen oder senke den Blick. Spüre zunächst die Kontaktflächen zum Boden, zum Stuhl oder zum Kissen. Beobachte einige Atemzüge, ohne den Atem verändern zu wollen.
Lenke die Aufmerksamkeit zum Beckenboden und zum unteren Ende der Wirbelsäule. Nimm zugleich wahr, wie dein Körper getragen wird. Als visuelle Hilfe kannst du dir eine ruhige rote Fläche vorstellen. Das häufig zugeordnete Bija-Mantra lautet LAM.
Bleibe für ein bis zwei Minuten bei diesem Bereich. Entsteht keine besondere Empfindung, ist das vollkommen in Ordnung.
Wandere mit der Aufmerksamkeit zum Unterbauch und zum Bereich des Kreuzbeins. Beobachte dort die feine Bewegung, die durch den Atem entsteht. Optional kannst du mit der Farbe Orange oder dem Mantra VAM arbeiten.
Richte die Aufmerksamkeit auf den Oberbauch zwischen Nabel und Brustbein. Spüre, wie sich der Bauchraum beim Einatmen weitet und beim Ausatmen wieder senkt. Als Konzentrationshilfe passen eine gelbe oder goldene Fläche und das Mantra RAM.
Nimm die Mitte des Brustkorbs und die Bewegung der Rippen wahr. Du kannst die Aufmerksamkeit freundlich beim Atem halten oder dir grünes Licht vorstellen. Das verbreitete Mantra für Anahata ist YAM.
Es ist nicht nötig, ein bestimmtes Gefühl hervorzurufen. Die Aufgabe besteht lediglich darin, aufmerksam bei diesem Bereich zu bleiben.
Lenke die Aufmerksamkeit zum Hals- und Kehlkopfbereich. Beobachte den Atem, ohne die Kehle anzuspannen. Du kannst still auf Geräusche achten, das Mantra HAM leise sprechen oder eine hellblaue Fläche als visuellen Fokus verwenden.
Richte die Aufmerksamkeit auf den Bereich zwischen den Augenbrauen. Die Augen bleiben dabei entspannt. Beobachte Gedanken und innere Bilder, ohne ihnen weiter folgen zu müssen. Häufig werden Ajna die Farbe Indigo und das Mantra OM beziehungsweise AUM zugeordnet.
Wandere mit der Aufmerksamkeit zum Scheitel und erweitere anschließend den Fokus auf den ganzen Körper. Für Sahasrara werden häufig Violett, Weiß oder Stille verwendet. Du kannst auf ein zusätzliches Bild oder Mantra verzichten und einfach offen wahrnehmen, was gerade da ist.
Lass Farben, Mantras und einzelne Körperbereiche los. Spüre den Körper noch einmal als Ganzes und nimm Geräusche im Raum wahr. Vertiefe den Atem behutsam, bewege Hände und Füße und öffne die Augen in deinem eigenen Tempo.
Eine kurze, übersichtliche Praxis ist meist hilfreicher als ein langer Ablauf, bei dem du dich durch zahlreiche Zuordnungen arbeiten musst.
Nicht jeder Mensch kann sich Farben oder Bilder deutlich vorstellen. Du kannst stattdessen die Bewegung des Atems, die jeweilige Körperregion oder ein leise gesprochenes Mantra als Anker verwenden. Auch ein Wechsel zwischen diesen Möglichkeiten ist erlaubt.
Wenn deine Gedanken abschweifen, bemerke es und kehre zum aktuellen Körperbereich zurück. Das Abschweifen ist kein Zeichen dafür, dass die Meditation misslungen ist.
Es gibt keine verbindliche Dauer und keinen vorgeschriebenen Rhythmus. Für den Anfang sind fünf bis zehn Minuten überschaubar. Für einen ruhigen Durchgang durch alle sieben Chakren kannst du später 15 bis 25 Minuten einplanen.
Wichtiger als ein ehrgeiziger Zeitplan ist eine Form, die sich ohne Druck wiederholen lässt. Du kannst außerdem mehrere Sitzungen lang bei einem einzigen Chakra bleiben oder die gesamte Reihenfolge durchlaufen.
Für die Chakra-Meditation ist keine bestimmte Sitzhaltung vorgeschrieben. Auf einem Meditationskissen kann das Becken etwas höher als die Knie liegen. Ein Stuhl ist ebenso geeignet, wenn die Füße stabil auf dem Boden stehen. Bei empfindlichen Knien kann eine weiche Unterlage zusätzlichen Komfort bieten.
Chakra-Symbole und Farben auf einem Sitzkissen sind eine mögliche visuelle Ergänzung, für die Meditation aber nicht erforderlich. Form, Sitzhöhe und Füllung sollten zuerst zu deiner bevorzugten Haltung passen.
Eine Chakra-Meditation ist keine Prüfung deiner Vorstellungskraft und verlangt keine außergewöhnliche Erfahrung. Körperbereiche, Farben und Mantras geben der Aufmerksamkeit eine Reihenfolge. Was du dabei wahrnimmst, darf von Sitzung zu Sitzung unterschiedlich sein.
Beende die Übung, wenn dir schwindelig, unwohl oder stark angespannt wird. Körperliche oder psychische Beschwerden gehören in fachkundige medizinische beziehungsweise therapeutische Hände und sollten nicht als Zeichen eines blockierten Chakras gedeutet werden.