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Yoga Blog

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19 November, 2016

Kundalini Yoga – der ultimative Ratgeber

Kundalini Yoga als Yoga des Bewusstseins

Das spirituelle Yoga ist in Indien bereits seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Eine der am weitesten verbreiteten Formen des spirituellen Yoga ist das Kundalini Yoga. Diese spezielle Form des Yoga wird unter anderem auch als "Yoga des Bewusstseins" bezeichnet und ist dabei eine ideale Art, um die uralte indische Praxis des spirituellen Yoga zu erleben. Diese Form des Yoga ist vor allem für jene Menschen geeignet, die Yoga nicht nur als einfache Fitness-Übung nutzen wollen, sondern nach der Erweckung ihrer Kundalini streben. Um dies zu erreichen, stützt sich das Kundalini Yoga vor allem auf einen stetigen Wechsel zwischen aktiven und passiven Übungen, die dafür sorgen, dass sowohl die natürliche Energie als auch die innerste Kraft des Körpers geweckt werden.

Die Einheit von Körper und Geist

Im Zentrum der Bemühungen dieser alten Kunst des Yoga steht eine Einheit von Körper und Geist. Dabei kommt es vor allem auf die richtige Ausführung der intensiven Körperübungen und Entspannungstechniken an. Darüber hinaus werden diese durch das Aussprechen von spirituellen Mantras und einer tiefen Meditation ergänzt. Mit den vielfältigen Yogapositionen und Atmungsübungen wird die Energie, die tief in unseren Körpern ruht, aktiviert und zum Fließen angeregt. Natürlich können von dieser alten Kunst auch Menschen profitieren, die der Spiritualität gegenüber kritisch eingestellt sind. Ein offener Geist und eine vertrauensvolle Herangehensweise unterstützen jedoch die vitalisierenden Effekte dieser Art des Yoga. Darüber hinaus ist es sehr hilfreich, wenn ein großes Interesse für die Pranayama (Atemtechniken) besteht.

Aktuell stellt das Kundalini Yoga einen der beliebtesten Yogastile in ganz Deutschland dar. Obwohl noch immer das Hatha Yoga als der begehrteste Yogastil betrachtet wird, gehört dieser Stil dennoch zu den am häufigsten gesuchten wie auch angebotenen Stilen innerhalb von Deutschland. Diese Yoga Art ist stets auf dem europäischen Yogafestival vertreten und wird jährlich vom 3HO Deutschland e.V. vorgestellt.

Der Ursprung des Kundalini Yoga

Kundalini ist ein altindischer Begriff, der sich auf den Energiestrom innerhalb des menschlichen Körpers bezieht. Dieser besitzt seinen Ursprung am unteren Ende der Wirbelsäule und fließt diese nach oben entlang. In Indien geht man davon aus, dass durch das regelmäßige Praktizieren dieses Stils die Energie des Körpers zum Fließen angeregt werden kann und man dadurch sowohl Glück, Gesundheit als auch ein erweitertes Bewusstsein erfahren könne. Diese Yoga Richtung ist daher tief in der indischen Philosophie verwurzelt und stellt einen bedeutungsvollen spirituellen Grundpfeiler dar.

Diese besondere Praxis nimmt vor allem im Tantrismus eine hohe Bedeutung ein. Aus diesem Grund ähneln sich viele der Übungen dieses Stils mit denen des Laya Yoga oder denen des Tantra Yoga. Dabei ist diese alte Kunst so weit verbreitet, dass man sogar im Sikhismus eine spezielle Form dieses Stils kennt. Diese wurde vor allem von Yogi Bhajan gemeinsam mit der Sat Nam Rasayan Heilkunst in den Westen gebracht. Yogi Bhajan wurde bereits mit 16 Jahren von seinem Lehrer zum Meister des Kundalini Yoga erklärt und besuchte zahlreiche spirituelle Meister in ganz Indien und in dem Himalaya. Unter anderem lernte er dabei ebenfalls bei Swami Vshnu Devananda. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften gründete er in Indien eine Familie und machte es sich zur Aufgabe, dieser alte Yogastil auf der ganzen Welt zu verbreiten. Yogi Bhajan war einer der großen Lehrer, die einen starken Einfluss auf die Bekanntheit dieser Yoga Art hatte.

Die erste große öffentliche Aufmerksamkeit erhielt die Kundalini Richtung hingegen von dem britischen Richter Sir John Woodroffe. Er veröffentlichte 1919 unter dem Pseudonym "Arthur Avalon" das Buch "The Serpent Power", in dem er ausführlich seine Erfahrungen beschrieb, die er in Indien sammeln konnte. Als hinduistischer Philosoph studierte er intensiv das Sanskrit und versuchte, dieses durch seine Lehren der westlichen Welt zugänglich zu machen. Hauptsächlich beschäftigte sich sein Werk mit der Kundalini sowie der Chakrenlehre. Im sechsten Kapitel seines Buches gewährt er der westlichen Welt jedoch erstmals detaillierte Betrachtungen des Kundalini Yoga.

Das Yoga des Bewusstseins in unserer Zeit

Heute wird Kundalini Yoga in zahlreichen Ländern praktiziert und von vielen Verbänden gefördert. Nicht nur in Deutschland nimmt dabei die 3HO (Healthy, Happy, Holy Organization) eine zentrale Stellung ein. Dieser Verband hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lehren von Yogi Bhajan mit der gesamten Welt zu teilen und dadurch den Lifestyle sowie die Techniken des Kundalini Yogas zu verbreiten. Dabei bezeichnen die Anhänger dieses Stils ihn als die effektivste und stärkste Form des Yoga.

Was sind die Schwerpunkte beim Kundalini?

Das große Ziel im Kundalini Yoga besteht darin, die spirituelle Energie zu wecken, welche an der Basis der Wirbelsäule ruht. Um die Basis der Wirbelsäule bewegen sich zwei unterschiedliche Energieströme, die in den Chakren aufeinandertreffen. Hierbei besitzt jedes einzelne Chakra eine bestimmte Funktion und ist auf eine individuelle Art und Weise dafür verantwortlich, dass wir uns gesund und fit fühlen. Während der Bewegungsformen werden die beiden Energieströme zum Fließen angeregt. Dies geschieht über eine rhythmische und gleichmäßige Stimulation bedeutender Stellen des Körpers. Durch die Verstärkung des Energieflusses werden etwaige Ungleichgewichte innerhalb der Chakren korrigiert und der Yogi fühlt sich deutlich gesünder und entspannter.

Direkt nachdem die Energie innerhalb der Chakren in Bewegung gesetzt wurde, wird das Bewusstsein des Yogis deutlich verstärkt. Je stärker sich sein Energiefluss bewegt, umso mehr kommt er mit seiner Umwelt in Einklang. Dadurch wird eine höhere Aufmerksamkeit erreicht. Geräusche werden deutlich lauter wahrgenommen und Gerüche sind wesentlich intensiver. Diese verstärkte Wahrnehmung der Welt führt zu einem inneren Gleichgewicht und ermöglicht es dem Yogi, ein glücklicheres sowie produktiveres Leben zu führen. Damit verfolgt Kundalini Yoga ein Ziel, das für die meisten Menschen von großer Bedeutung ist. Hierbei konzentriert sich dieser Yogastil vor allem auf die Steigerung der Kundalini Energie durch die Stimulation der sieben Hauptchakren des Körpers. Diese Chakren stellen ebenfalls die Zentren unserer Bewusstseinsebenen dar.

Die sieben Chakren des Kundalini Yoga

Muladhara – das Wurzelchakra

Das Wurzelchakra befindet sich direkt auf der Höhe des Steißbeins. Es verbindet uns energetisch zur Erde und hält uns in der physischen Welt. Dieses Chakra stellt die Bodenständigkeit eines Menschen dar und ist vor allem mit einem Bewusstsein für Vertrauen und Sicherheit verbunden.

Svadhisthana – das Sexualchakra

Eine Handbreite unter dem Bauchnabel befindet sich das Sexualchakra. Dieses steht für die intensive Lust am Leben und die göttliche Schöpfungskraft eines Menschen. In diesem Chakra befinden sich alle Emotionen, die ungefiltert auf einen Menschen einwirken. Wird es stimuliert, so erreicht man eine Bewusstseinsstufe voller Kreativität und Tatendrang. Gemeinsam mit dem Drang etwas zu schaffen wird durch die Stimulation dieses Bereiches auch der Fortpflanzungstrieb verstärkt.

Manipura – das Nabelchakra

Dieses Chakra befindet sich direkt über dem Nabel auf der Höhe des Sonnengeflechts. Es wird dem Element des Feuers zugeordnet und verströmt dadurch Wärme und Energie. Durch die Stimulation dieses Chakras kann die Durchsetzungskraft in der eigenen Welt erhöht werden. Es wird dazu verwendet, um einen harmonischen Weg zu finden, der die eigenen Ideen in der Umwelt verwirklicht.

Anahata – das Herzchakra

Das Herzchakra bildet den Mittelpunkt des gesamten Chakrasystems und liegt auf der Höhe des Herzens. Wird dieses Chakra gereinigt, so befähigt es zu einer reinen und bedingungslosen Liebe einem anderen Menschen gegenüber. Durch die Stimulation dieses Chakras erfährt der Mensch die Bedeutung von Liebe sowie Zuneigung und nimmt sich selbst als Teil einer großen Gemeinschaft wahr. Es ermöglicht ein Bewusstseinsstadium der erlebten Menschlichkeit sowie des Mitgefühls.

Visuddha – das Kehlchakra

Dieses Chakra befindet sich direkt auf der Höhe des Kehlkopfes. Es ist sowohl für die Kommunikation als auch für die Wahrheitsfindung verantwortlich. Eine Stimulation dieses Chakras führt zu der Erkenntnis, dass eine ausgeprägte Kommunikation dabei helfen kann, Harmonie in der Umwelt herzustellen.

Ajna – das Stirnchakra

Das Stirnchakra wird häufig auch als das "Dritte Auge" bezeichnet und befindet sich direkt zwischen den Augenbrauen. Es führt zu einem Bewusstseinsstadium, in welchem Erkenntnisse erlangt und Weisheit gebildet werden können. Jeder vorangegangene Lebensschritt schenkt dem Menschen durch dieses Chakra die Intuition, um sich in bestimmten Situationen angemessen zu verhalten. Bei besonders starker Stimulation des Stirnchakras kann es zu übersinnlichen Wahrnehmungen kommen.

Sahasrara – das Kronenchakra

Dieses Chakra ist lediglich mit unserem astralen Körper, aber nicht mit unserem physischen Körper verbunden. Es befindet sich oberhalb des physischen Kopfes und verbindet den Menschen mit dem Himmel und allem Göttlichen. Dieses Chakra stellt das Bewusstseinszentrum der Spiritualität dar und ermöglicht sowohl Religiosität als auch Erleuchtung. Wird dieses Chakra gereinigt, so gibt der Mensch seine Identität vollständig auf, um dem göttlichen Plan zu erfüllen und dadurch die Erleuchtung zu erlangen.

Was bringt mir das Kundalini Yoga?

Ursprünglich wurde dieser Yogastyle für sogenannte "Haushälter" entwickelt. Diese Übersetzung aus dem Hindi bedeutet jedoch lediglich, dass es ein Yogastil ist, der für alle Menschen geeignet ist, die ein gewöhnliches Leben führen. Aus diesem Grund muss man kein Guru sein, um diese Form des Yoga regelmäßig zu praktizieren. Es müssen weder Einschränkungen in der Lebensweise (Dharma) gemacht noch das herkömmliche Leben hinter sich gelassen werden. Für das Praktizieren dieser Übungen muss man sich nicht vollständig dem Training hingeben. Es lässt sich daher ausgezeichnet mit jedem erdenklichen Lebensstil vereinen und verspricht dabei einige attraktive Vorteile.

Dieser Yogastil basiert nicht auf einer Form der Askese, sondern auf einer sich ständig unterscheidenden Abfolge von Kriyas (Positionen). Diese dienen stets einem bestimmten Zweck und sorgen dafür, dass sich der Yogi nach deren Durchführung deutlich besser fühlt als davor. Diese Kriyas sollen vor allem das Herz des Anwenders öffnen, dessen Kreativität steigern oder ihn vor Krankheiten schützen. Teilweise werden diese Techniken sogar zur Heilung bestehender Krankheiten eingesetzt. Ergänzend umfasst jede Klasse ebenfalls zahlreiche Meditationsübungen und Mantras, die für eine Verstärkung der Kriyas sorgen sollen.

Kundalini Yoga hat jedoch nicht nur zahlreiche physische Vorteile, sondern dient ebenfalls dazu, die Intuition der Anwender weiterzuentwickeln. Dadurch soll das Bewusstsein in einen Zustand vollständigen Erwachens versetzt werden. Sollten die Übungen regelmäßig durchgeführt werden, so erlange der Yogi sowohl ein gesteigertes spirituelles Bewusstsein als auch eine besonders starke geistige Ruhe. Weiterhin würde der spirituelle Energiefluss entlang der gesamten Wirbelsäule aktiviert. Bei regelmäßiger Durchführung würde dieser zudem ständig verstärkt und sorge dadurch für ein höheres Wohlbefinden. Während der körperlichen Betätigung wird daher ebenfalls an der Selbsterkenntnis und der Erlangung einer höheren Bewusstseinsebene gearbeitet. Jede der unterschiedlichen Techniken des Yoga unterstützt den Körper bei der Aktivierung seiner Energiezentren und der Freisetzung seiner Lebensenergie (Prana). Besonders hilfreich sind dabei die intensiven Bewegungen, Mantras, Atemführung und Meditationstechniken.

Was ist typisch für diesen Yogastil?

In der Regel besteht ein Kundalani Yogakurs aus vielen bekannten Elementen der Asanas, Meditation und den Mantras. Häufig wird ebenfalls viel gesungen. Dabei wird vor allem auf eine ruhige Atmosphäre geachtet. Um dies zu unterstützen und den Yogi auf eine spirituelle Reise vorzubereiten, wird traditionsgemäß vollständig weiße Kleidung bei jedem Yogakurs getragen sowie regelmäßig ein Gong geschlagen. Sowohl die weiße Kleidung als auch der Gong dienen dabei der Entfesselung aller Energien und Potentiale, die innerhalb des Körpers verborgen sind.

Darüber hinaus wird in Yogakursen dieser Yoga Art ein besonders großer Wert auf die Spiritualität gelegt. Dies ermöglicht es den Techniken dieses Stils besonders schnell eine Wirkung zu zeigen und positive Veränderungen hervorzurufen. So können Ergebnisse bereits frühzeitig eintreten und von den Yogis erkannt werden. Ein traditionelles Yoga-Workout, in welchem man richtig ins Schwitzen gerät, ist bei dieser Yoga Art eher untypisch. Dieser Stil setzt vor allem auf eine ganzheitliche Entwicklung des Körpers sowie des Geistes und verzichtet dabei auf eine besonders starke körperliche Beanspruchung.

Dabei sind die Übungen dieses Stils sowohl aktiv als auch passiv. Neben einer gesünderen Körperhaltung werden hierbei ebenfalls entspannende Atem- sowie Meditationstechniken vermittelt. Obwohl einige der durchzuführenden Posen für Anfänger sehr schwierig sind, können diese nach ein wenig Übung bereits durchgeführt werden. Hierfür wird lediglich eine gute Schurwollmatte benötigt, um die Übungen auf dem Fußboden ausführen zu können. Darüber hinaus ist es sinnvoll für die Meditation ein komfortables Meditationskissen mit Bio Dinkelspelz aus kontrolliert biologischem Anbau zu kaufen sowie ein Yoga Bolster als Stütze für alle restorativen Yogaübungen. Für alle dynamischen Kundalini Yogaübungen empfehlen wir den Kauf eine beidseitig rutschfesten Yogamatte.

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