Das Unmögliche möglich machen, das Mögliche leicht und das Leichte noch leichter, ästhetischer und eleganter – so lautete einst das Ziel von Dr. Moshe Feldenkrais. Mit seiner Methode lässt sich das Körpergefühl auf spielerische Weise verbessern, während Bewegungen koordinierter und flexibler werden.

Feldenkrais Methode

Die Grundlage: differenziertes Körperbewusstsein und funktionelles Bewegen

Schon früh brachte mich mein Vater mit der Feldenkrais-Lehre in Kontakt. Als Physiotherapeut hatte er seine Ausbildung in Australien absolviert und gab mir unzählige wertvolle Hinweise – unter anderem inspirierte er mich dazu, meine Lauftechnik stetig zu variieren und damit zu experimentieren.

Mit 14 Jahren besuchte ich mein erstes Feldenkrais-Seminar. Obwohl ich dort der jüngste Teilnehmer war, begeisterte mich die Methode sofort. Sobald es möglich war, entschied ich mich für eine Ausbildung in Amerika. Die ideale Übungsmatte für deine Feldenkrais-Praxis findest du bei unseren Yogamatten aus Schurwolle – angenehm weich und aus reiner, schonend gewonnener Wolle.

Seit 1987 praktiziere ich die Feldenkrais-Methode. Ein Schwerpunkt meiner Forschung war die Frage, wie ich beim Laufen weniger ermüde. Heute kann ich bereits auf kleinste Anstrengungen reagieren, indem ich meine Aufmerksamkeit bewusst auf verschiedene Körperbereiche lenke. So stellt sich Leichtigkeit fast von selbst wieder ein.

Spielerisch zu größerem Körpergefühl: Die Basis eines differenzierten Körperbewusstseins ist funktionelles Bewegen. Ebenso ist ökonomisches Handeln ein wichtiges Werkzeug der Selbsterkenntnis – sowohl physisch als auch psychisch. Durch das spielerische Experimentieren mit unterschiedlichen Bewegungsmustern und Reaktionsweisen erweitert sich mein Verhaltens- und Bewegungsrepertoire deutlich. Das Körpergefühl verbessert sich, Bewegungen werden harmonischer und geschmeidiger. So können sowohl akute als auch langjährige Verspannungen und Schmerzen nachlassen – ein Gefühl von Lockerheit und innerer Gelöstheit stellt sich ein.

Zwei Aspekte – ein ganzheitliches Konzept

Die Methode wurde von Dr. Moshe Feldenkrais entwickelt, einem herausragenden israelischen Physiker und Bewegungslehrer. Er erforschte Biomechanik, Neurophysiologie und Verhaltenspsychologie. Sein Ziel war es, Menschen dabei zu unterstützen, die Intelligenz ihres Körpers zu nutzen, indem sie die Verbindung zwischen Fühlen, Denken und Bewegen bewusst wahrnehmen. Er entwickelte zwei zentrale Bereiche seiner Methode:

  1. Funktionale Integration: Eine Form des Einzelunterrichts für Menschen mit spezifischen Beschwerden. Die Behandlung erfolgt meist liegend auf dem Feldenkrais-Tisch, während der Lehrer den Körper des Klienten sanft und langsam bewegt. Dies führt zu tiefer Entspannung und Harmonie zwischen Körper und Geist.
  2. Bewusstheit durch Bewegung: Gruppenunterricht, entwickelt, um vielen Menschen gleichzeitig Zugang zur Methode zu ermöglichen – etwa in Kursen oder Seminaren.

In einer typischen Lektion lenkt der Feldenkrais-Lehrer die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden durch präzise Anleitungen oder sanfte Berührungen auf Bereiche, die im Alltag wenig Beachtung finden. Die neu gewonnene Bewusstheit wird so Teil des täglichen Lebens. Es existieren hunderte Lektionen, die die Funktionalität des gesamten Körpers verbessern und gleichzeitig das Selbstbild erweitern.

Das faszinierende Gehirn: Wer Körperteile über längere Zeit nicht bewegt, verliert nicht nur Muskelkraft: Auch die im Gehirn angelegte kortikale Karte schrumpft. Wird beispielsweise eine hand wochenlang ruhiggestellt, leidet die Feinmotorik. Sobald Bewegung wieder möglich ist, lässt sie sich jedoch trainieren und zurückgewinnen – denn auch das Gehirn ist formbar. Es erneuert sich beständig und wächst mit jeder neuen Erfahrung. Je mehr neue Bewegungen wir erlernen, desto aktiver werden unsere grauen Zellen.

Frische Impulse für Körper und Geist

Auch unsere Merkfähigkeit verbessert sich, wenn wir Gewohnheiten regelmäßig durchbrechen – etwa indem wir häufiger die linke statt der rechten Hand nutzen. Studien zeigen, dass selbst ältere, vergessliche Menschen von der erstaunlichen Plastizität ihres Gehirns profitieren.

Es wächst an jeder neuen Herausforderung, vom Erlernen einer Sprache bis hin zum Spielen eines Instruments. Neues ist wertvolles "Hirnfutter". Daher sollte die Devise lauten: nicht täglich nur das tun, was man bereits kann, sondern Neues ausprobieren. Das bringt Farbe ins Leben und hält Körper wie Geist jung und vital. Alles notwendige Zubehör findest du in unserem Yoga Shop.