Woher kommt der „Surya Namaskar“ und wie profitierst du davon?
Zum Artikel →Schritt-für-Schritt-Routine für lange Haltbarkeit und flauschigen Grip.
Zum Artikel →Material-Check, Dicke & Grip – dein 3-Schritte-Guide zur Kaufentscheidung.
Zum Artikel →Kork, Naturkautschuk, Schurwolle, TPE, PVC, Jute oder Baumwolle unterscheiden sich bei Rohstoffbasis, Haptik, Gewicht und Einsatz deutlich. Viele Yogamatten bestehen außerdem aus mehreren Materialien. Eine Korkoberfläche kann auf TPE oder Naturkautschuk liegen, Jute mit PVC kombiniert sein und PU als griffige Deckschicht auf einer anderen Mattenbasis sitzen.
Für unsere Auswahl betrachten wir deshalb den gesamten Materialaufbau. Oberfläche und Basis müssen zur Praxis passen, und die Herkunft der Rohstoffe gehört für uns ebenfalls zur Bewertung.
Unsere Materialpräferenz ist klar: Kork steht für uns an erster Stelle, gefolgt von Naturkautschuk und Schurwolle. TPE ist ein funktionaler Kompromiss. PVC setzen wir zurückhaltend dort ein, wo Preis, Robustheit oder der konkrete Einsatzzweck derzeit dafür sprechen.
Wer bereits eine funktionierende Yogamatte besitzt, braucht deswegen keine neue. Eine vorhandene Matte lange zu nutzen, bleibt die erste vernünftige Entscheidung.
Der geläufige Name einer Matte beschreibt häufig vor allem ihre Oberfläche. Unsere drei Kork-Yogamatten zeigen das gut: Zwei kombinieren Kork mit einer TPE-Unterseite, eine mit Naturkautschuk. Du praktizierst bei allen drei auf Kork, Aufbau, Gewicht und Mattenbasis unterscheiden sich trotzdem.
Naturkautschuk kann selbst die Kontaktfläche bilden oder als Basis unter Kork beziehungsweise PU eingesetzt werden. Auch bei Jute lohnt sich der Blick auf die Prozentangaben: Unsere Jute/PVC-Matte besteht beispielsweise aus 20 % Jute und 80 % PVC.
| Material | Typischer Einsatz | Yogisan-Einordnung |
|---|---|---|
| Kork | Oberfläche auf TPE oder Naturkautschuk | Unser Favorit |
| Naturkautschuk | Matte oder schwere Mattenbasis | Bevorzugt, Herkunft beachten |
| Schurwolle | Warme Unterlage für ruhige Praxis | Bevorzugt, Tierhaltung und Herkunft beachten |
| TPE | Leichte Yogamatten und Mattenbasis | Funktionaler Kompromiss |
| PVC | Robuste und günstige Kurs- und Einstiegsmatten | Gezielter Einsatz |
| Jute | Strukturierte Naturfaser im Materialmix | Materialanteile prüfen |
| Baumwolle | Yogateppiche und textile Unterlagen | Eigener Einsatzbereich |
Erdölbasierte Kunststoffe beginnen ökologisch nicht beim Granulat in der Mattenfabrik. Davor stehen Förderung, Aufbereitung und Transport von Erdöl und Erdgas, Raffinerien und petrochemische Prozesse. Zu dieser Rohstoffkette gehören Treibhausgasemissionen sowie Risiken für Böden, Gewässer und Meeresökosysteme.
Das UN-Umweltprogramm nennt Pipelinebrüche, Tankerhavarien und Unfälle bei Bohrungen als Ursachen größerer Ölverschmutzungen. Die Folgen schwerer Ölunfälle können Ökosysteme über Jahrzehnte beeinträchtigen.
Die OECD beziffert die Treibhausgasemissionen des globalen Kunststoff-Lebenszyklus für 2019 auf rund 1,8 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalente. Das entsprach etwa 3,4 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Rund 90 % entstanden bei Produktion und Umwandlung aus fossilen Rohstoffen.
Einordnung: Globale Kunststoffdaten der OECD. Die Grafik ist keine CO₂-Bilanz einer einzelnen Yogamatte.
Kork-Yogamatten stehen bei unserer Materialauswahl vorne. Für die Gewinnung wird die Korkeiche nicht gefällt. Geerntet wird ihre Rinde, die anschließend wieder nachwächst.
Gut bewirtschaftete Korkeichenlandschaften gehören zu den ökologisch wertvollen Kulturlandschaften des Mittelmeerraums. Die Europäische Kommission nennt unter anderem Biodiversität, Kohlenstoffspeicherung, Wasserrückhalt und eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Waldbränden als wichtige Leistungen dieser Landschaften.
Portugal besitzt eine lange Korktradition und große Korkeichenbestände. Die Nutzung schafft einen wirtschaftlichen Wert für den Erhalt der Bäume und der damit verbundenen Kulturlandschaft.
Bei einer Yogamatte bleibt die Unterseite Teil der Bewertung. Zwei unserer Korkmatten besitzen eine TPE-Basis, eine verbindet Kork mit Naturkautschuk. Kork auf Naturkautschuk entspricht unserer Materialpräferenz konsequenter, während Kork auf TPE insbesondere beim Gewicht Vorteile haben kann.
Naturkautschuk wird aus Latex des Kautschukbaums gewonnen. Der Rohstoff wächst nach und eignet sich durch Elastizität, Grip und Eigengewicht sehr gut für Yogamatten. Als Basis wird Naturkautschuk außerdem mit Kork und PU kombiniert.
Beim weltweiten Kautschukanbau gibt es reale Probleme durch Plantagenexpansion und Waldverlust. Für die Einordnung ist allerdings entscheidend, wo die große Nachfrage entsteht. Rund 70 % des weltweit eingesetzten Naturkautschuks werden für Reifen verwendet. Yogamatten gehören im Vergleich dazu zu einem kleinen Spezialmarkt.
Wichtig: Für Yogamatten gibt es keine veröffentlichte globale Mengenstatistik. Im Diagramm wird der Mittelpunkt unserer errechneten Spanne dargestellt; die Unsicherheit bleibt in Text und Tooltip sichtbar.
Für Naturkautschuk in Yogamatten existiert keine verlässliche globale Mengenstatistik. Eine Szenariorechnung erlaubt trotzdem eine brauchbare Größenordnung:
Bezogen auf die rund 30 % Anwendungen außerhalb der Reifenindustrie läge die geschätzte Yogamattenmenge bei ungefähr 1 bis 3,5 % dieses Nicht-Reifen-Segments.
Die Rechnung dient der Größenordnung. Marktwerte sind keine Stückzahlen, Verkaufspreise variieren und Mischmatten enthalten unterschiedlich viel Naturkautschuk. Deshalb verwenden wir die Spanne und keine scheinbar exakte Einzelquote.
Bei Latexallergie: Prüfe den vollständigen Materialaufbau. Naturkautschuk kann auch unter einer Kork- oder PU-Oberfläche liegen.
Schurwoll-Yogamatten erfüllen einen anderen Zweck als dünne Grip-Matten. Ihre Stärke liegt in einer warmen, weichen und textilen Oberfläche. Yin Yoga, Restorative Yoga, Yoga Nidra, Meditation und längere Ruhephasen gehören zu den Einsatzbereichen, für die wir Schurwolle besonders schätzen.
Schurwolle ist ein nachwachsender tierischer Rohstoff und basiert nicht auf Erdöl. Für unsere Bewertung rücken damit Tierhaltung und Herkunft in den Vordergrund. Bei Merinowolle gehört insbesondere die Frage nach Mulesing dazu.
Mulesing wird vor allem in Teilen der australischen Merinohaltung eingesetzt, um das Risiko eines Fliegenmadenbefalls zu reduzieren. Dabei wird Haut im Bereich um Schwanz und Hinterteil entfernt. Aus Tierwohlsicht ist dieses Verfahren problematisch. Standards wie der Responsible Wool Standard schließen Mulesing aus und stellen darüber hinaus Anforderungen an Tierwohl und Landmanagement.
Schafe produzieren als Wiederkäuer Methan, den größeren Anteil der Methanemissionen aus der weltweiten Tierhaltung verursachen jedoch Rinder. Für eine Schurwoll-Yogamatte ist die pauschale Methandebatte deshalb weniger hilfreich als die konkrete Frage, wie und wo die Tiere gehalten wurden.
Für die derzeit von uns geführten Schurwollmatten liegt uns keine veröffentlichte und von uns überprüfbare Angabe vor, mit der wir Mulesingfreiheit oder einen entsprechenden Wollstandard für das konkrete Endprodukt auszeichnen könnten. Solche Aussagen verwenden wir erst, wenn sie produktspezifisch belegt sind.
TPE steht für thermoplastische Elastomere und bezeichnet eine Werkstoffgruppe. TPE-Matten sind häufig leicht, elastisch und gut zu transportieren. Wer regelmäßig mit der Matte zum Studio fährt oder sie mit auf Reisen nimmt, profitiert davon ganz praktisch.
Die verbreitete Werbeaussage „TPE ist umweltfreundlich“ übernehmen wir nicht. Die Abkürzung verrät allein weder die genaue Rohstoffbasis noch Rezeptur, Produktionsaufwand oder den späteren Recyclingweg.
PVC-Yogamatten sind robust, pflegeleicht und preislich gut zugänglich. Einsteiger, größere Kurse und Outdoor-Veranstaltungen haben deshalb weiterhin gute Gründe, solche Matten einzusetzen.
Wir bauen diesen Sortimentsbereich trotzdem nicht über immer neue Farben und fast identische Varianten aus. PVC besitzt eine fossile Rohstoffbasis. Die damit verbundenen Umweltprobleme werden durch eine weitere Farbvariante nicht kleiner.
Recycling ist sinnvoll, wenn ein Kunststoffprodukt tatsächlich am Ende seiner Nutzbarkeit angekommen ist. Bei einer brauchbaren Yogamatte kommt dieser Schritt zu früh.
Eine Matte, die ihren Zweck noch erfüllt, kann weiter benutzt oder weitergegeben werden. Vielleicht braucht sie jemand für einen ersten Yogakurs, ein Verein oder eine Einrichtung. Das bereits fertige Produkt bleibt erhalten, und Transport, Zerkleinerung sowie erneute industrielle Verarbeitung werden zunächst vermieden.
Beim mechanischen Kunststoffrecycling wird ein fertiges Produkt gesammelt, sortiert, zerkleinert, aufbereitet und erneut verarbeitet. Qualitäts- und Prozessverluste können auftreten. Wandert das Rezyklat anschließend in Anwendungen mit geringeren Materialanforderungen, bleibt der Kunststoff zwar vorerst in Gebrauch, seine ursprüngliche Produktqualität wurde jedoch nicht erhalten.
OEKO-TEX STANDARD 100 ist ein Prüfstandard für Schadstoffe. Ein Endprodukt darf mit dem entsprechenden OEKO-TEX-Label nur ausgezeichnet werden, wenn das Endprodukt selbst entsprechend zertifiziert ist.
Zertifizierte Einzelmaterialien oder Komponenten machen das daraus gefertigte Endprodukt nicht zu einem zertifizierten Artikel. Deshalb verwenden wir entsprechende Zertifizierungsangaben bei Yogisan nur dann, wenn sie für das konkret angebotene Produkt eindeutig nachgewiesen sind.
Recycling kann die Nutzung eines Kunststoffs verlängern und Primärmaterial ersetzen. Das Material bleibt jedoch Kunststoff.
Gelangt Kunststoff in die Umwelt, kann er durch Abrieb, UV-Strahlung und Witterung in immer kleinere Partikel zerfallen. Mikroplastik findet sich inzwischen in Böden, Gewässern und Meeren.
Auch bei der Verbrennung verschwindet das Material nicht. Seine Bestandteile werden chemisch umgewandelt. Der fossile Kohlenstoff trägt dabei insbesondere zu CO₂-Emissionen bei, weitere Verbrennungsprodukte und feste Rückstände müssen behandelt werden.
Jute ist eine pflanzliche Faser mit einer kräftigen Struktur. Der Begriff „Jutematte“ sagt jedoch noch nichts über den Anteil der Naturfaser aus. Unsere Jute/PVC-Matte besteht aus 20 % Jute und 80 % PVC. Wer die Haptik mag, kann diese Kombination interessant finden. Wer PVC vermeiden möchte, sollte eine andere Matte wählen.
Baumwolle findet sich beim Yoga vor allem in Yogateppichen und textilen Unterlagen. Sie ist saugfähig und faltbar, bietet auf glatten Böden aber nicht automatisch die Bodenhaftung einer klassischen Yogamatte.
Auch Baumwolle beurteilen wir nicht allein nach dem Etikett „Naturfaser“. Anbau, Verarbeitung, Färbung und Herkunft gehören zur Betrachtung. Bio- und Zertifizierungsaussagen verwenden wir nur, wenn sie für das konkrete Produkt belegt sind.
PU beziehungsweise Polyurethan wird bei Yogamatten häufig als griffige Oberfläche eingesetzt. Darunter kann beispielsweise Naturkautschuk liegen. Die sichtbare Oberfläche beschreibt daher nur einen Teil des Materialaufbaus.
EVA beziehungsweise Ethylenvinylacetat ist ein leichter Schaumstoff, der bei Sport-, Fitness- und Gymnastikprodukten verbreitet ist. Festigkeit, Dämpfung und Haltbarkeit hängen von der konkreten Ausführung ab.
Eine lange Liste von Kunststoffkürzeln hilft bei der Auswahl wenig. Wichtiger ist, welchen Zweck das Material erfüllt und ob für denselben Einsatz eine überzeugendere Alternative verfügbar ist.
Die folgende Grafik zeigt unsere Sortimentsentscheidung. Sie ist keine vergleichende Lebenszyklusanalyse und keine naturwissenschaftlich berechnete Umweltpunktzahl.
Die Balken zeigen eine redaktionelle und sortimentsbezogene Präferenz, keine Messskala.
Ein Materialvergleich muss nicht mit einer Bestellung enden. Wenn deine vorhandene Matte funktioniert, zu deiner Praxis passt und noch lange genutzt werden kann, darf sie bleiben.
Farbe und Gestaltung dürfen Freude machen, sind jedoch kein Grund, ein funktionierendes Produkt vorzeitig auszutauschen. Eine Yogamatte darf vor allem ein gutes Werkzeug für die Praxis sein.
Yoga kann ein wichtiger Teil der Selbstfürsorge sein. Für uns gehören der Blick auf andere Menschen, Gemeinschaft und ein verantwortlicher Umgang mit Ressourcen ebenso dazu.
Eine gute Praxis braucht keine ständig erneuerte Ausstattung. Bequeme Kleidung reicht, wenn sie Bewegungsfreiheit bietet. Eine Matte muss nicht zum Outfit passen. Block, Gurt oder Bolster sind sinnvoll, wenn sie eine konkrete Aufgabe erfüllen.
Als Händler können wir die ökologischen Probleme unserer Zeit nicht lösen. Wir können informieren, Produkte auswählen, unnötige Varianten vermeiden und unser Sortiment Schritt für Schritt weiterentwickeln. Dabei gibt es Kompromisse, die wir lieber benennen als grün übermalen.
Kork steht bei uns an erster Stelle, gefolgt von Naturkautschuk und Schurwolle. TPE ist für uns ein funktionaler Kompromiss. PVC führen wir gezielt, wenn Preis, Robustheit oder Einsatzbereich dafür sprechen.
Eine offizielle globale Mengenstatistik gibt es dafür nicht. Unsere transparente Szenariorechnung ergibt ungefähr 0,3 bis 1,1 % der weltweiten Naturkautschuknachfrage. Rund 70 % werden dagegen für Reifen eingesetzt.
Meist nicht. Kork bildet normalerweise die Oberfläche. Bei Yogisan gibt es derzeit zwei Kork-Yogamatten mit TPE-Unterseite und eine mit Naturkautschukbasis.
Für uns stehen Tierhaltung, Herkunft und bei Merinowolle auch die Frage nach Mulesing im Vordergrund. Aussagen wie „mulesingfrei“ oder Hinweise auf einen Wollstandard verwenden wir nur, wenn sie für das konkrete Produkt nachgewiesen sind.
Diese pauschale Aussage verwenden wir nicht. TPE bezeichnet eine Werkstoffgruppe. Rohstoffbasis, Zusammensetzung und Recyclingmöglichkeiten hängen vom konkreten Material ab.
PVC-Matten sind robust, pflegeleicht und preislich gut zugänglich. Für Einsteiger, größere Kurse und Outdoor-Veranstaltungen können diese Eigenschaften wichtig sein. Wir möchten den Anteil fossil basierter Materialien trotzdem reduzieren, wenn überzeugende Alternativen verfügbar sind.
Nur wenn die entsprechende Zertifizierung für das konkret angebotene Endprodukt eindeutig nachgewiesen ist. Zertifizierte Einzelmaterialien oder Komponenten reichen für eine Kennzeichnung des daraus gefertigten Endprodukts nicht aus.
Recherche geprüft am 19. August 2026. Die Quellen dienen der fachlichen Einordnung von Rohstoffen, Klima, Tierwohl, Kunststoffverschmutzung und Materialkreisläufen. Die Yogamatten-Naturkautschukquote ist eine offengelegte Schätzung und keine veröffentlichte Marktstatistik.