Dienstag, 2. August 2016

Yoga Arten - Entwicklung der verschiedenen Yoga Stile

Yoga ist ein sehr beliebter Sport, der ab den 1950er-Jahren im Westen populär wurde. Längst wird Yoga nicht nur von spirituellen Menschen oder Hippies ausgeführt, sondern begeistert Menschen aller Altersgruppen und Lebensweisen. In Deutschland gibt es etwa 2,6 Millionen Yogalehrer, die verschiedene Yoga Stile unterrichten. Im Folgenden erfährst du, wo der Ursprung des Yogas liegt und wie sich die verschiedenen Yoga Richtungen entwickelt haben. Für alle anspruchsvolleren und dynamischen Yoga-Stile brauchst Du als Basis für Deine Asanas eine qualitativ hochwertige sowie rutschfeste Yogamatte.

Der Ursprung und die Geschichte des Yoga

Hatha-Yoga im Westen

Die Wurzeln der philosophischen Yogalehre reichen Jahrtausende in die Geschichte zurück und führen nach Indien. Wahrscheinlich gibt es Yoga bereits seit etwa 5000 Jahren. Wissenschaftler sind sich nicht einig darüber, ob das Yoga direkt in Indien entstanden ist oder von nomadischen Völkern (Aryas) nach Indien eingeführt wurde. Die Induskultur wird als Wiege des Yoga vermutet. Archäologische Funde wie Specksteine und Terrakotta-Figuren belegen, dass Yoga schon in den Hochkulturen des Indus-Tals regelmäßig und intensiv praktiziert wurde. Meditation ist ein zentraler Bestandteil beim Yoga, weshalb ein Meditationskissen essenzieller Bestandteil jeder Yoga-Grundaustattung ist - hierzu empfehlen wir Dir eines unserer Yoga-Sets.

Patanjali und das Yoga-Sutra

Um etwa 200 v. Chr. verfasste der indische Gelehrte Patanjali die wohl bedeutendste Schrift der Yogalehre: den Yoga-Leitfaden (Yoga-Sutra). Das Yoga-Sutra ist die erste schriftliche Überlieferung des Yoga. In 195 Versen beschreibt Patanjali Yoga als ganzheitliches System zur Entspannung von Körper und Geist. Er definiert Yoga insbesondere als das "Zur-Ruhe-Kommen der geistigen Tätigkeiten". Der Mensch soll sich von seinen Gedanken loslösen und zu seinem inneren Kern finden.

Im Yoga-Sutra geht es um das Raja-Yoga ("Yoga des Geistes"), den Patanjali mit dem Ashtanga-Yoga gleichsetzt. Der Yoga-Übungsweg von Patanjali besteht aus acht Stufen, die aufeinander aufbauen. Die ersten beiden Stufen sind eine Art Verhaltenskodex mit moralischen Geboten und Verboten. In den weiteren Stufen geht es um Yogastellungen, Atemkontrolle, Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt, Konzentration auf einen einzigen Gedanken, Meditation und Überbewusstsein. Damit hatte Patanjali bereits vor über 2000 Jahren die Ganzheitlichkeit von Yoga beschrieben. Seit den Schriften von Patanjali gibt es Yoga in verschiedenen Religionen. Ab Christi Geburt entstanden erstmalig große Yoga- und Ayurveda-Studienzentren, die mit Universitäten vergleichbar waren.

Die Entwicklung der traditionellen Yoga Arten

Im Laufe der Jahrhunderte entstanden in Indien verschiedene traditionelle Yoga Stile, die wir auch heute noch kennen und praktizieren, wenn auch meist in abgewandelten Formen. So entstanden das Jnana-Yoga ("Yoga der Erkenntnis"), das Karma-Yoga ("Yoga der Tat"), das Bhakti-Yoga ("Yoga der Hingabe und Gottesverehrung") sowie das Hatha-Yoga ("Yoga der Körperstellungen").

Jnana-Yoga

Beim Jnana-Yoga steht das menschliche Unterscheidungsvermögen im Mittelpunkt. Es soll zwischen dem, was wirklich und dem, was nicht wirklich ist, unterschieden werden. Das logische Denken soll durch Mitgefühl und Toleranz erweitert werden. Das Ziel des Jnana-Yoga ist die Befreiung des Geistes durch das Erlangen von Weisheit. Dabei verzichtet das Jnana-Yoga auf Körperübungen, Atemtechniken, Gebete und Rituale. Es geht ausschließlich um Meditation. Das Jnana-Yoga weist viele Gemeinsamkeiten mit der Lehre von Gautama Buddha (um 500 v. Chr.) auf, in der die Erkenntnis der wichtigste Weg zur Erleuchtung ist. Die vier Schritte im Jnana Yoga sind: Shravana: Hören, Manana: Nachdenken, Nididhyasana: Meditieren, Anubhava: Verwirklichen. Der ideale Untergrund für Meditation und Tiefenentspannung ist eine Yogamatte Schurwolle. Schurwollmatten verfügen über eine kuschelige Oberseite aus reiner Schafwolle und einer rutschfesten Unterseite aus Naturkautschuk.

Karma-Yoga

Das Karma-Yoga ist das Yoga des Handelns und lehrt den Menschen, seine Taten nicht zweckgerichtet zu vollbringen. Der Mensch soll sich von Eifersucht, Hass, Egoismus und Arroganz frei machen und selbstlos handeln. Karma-Yoga beinhaltet keine Körperübungen oder Meditationen, sondern lediglich die Veränderung der inneren Einstellungen und das daraus resultierende Handeln. Es kann also als ein Yoga des Alltags bezeichnet werden. Die Grundlage des Karma-Yoga ist die heilige spirituelle Schrift Bhagavadgita, die vermutlich um 200 v. Chr. entstanden ist.

Bhakti-Yoga

Bhakti-Yoga ist der Weg zur Liebe und Hingabe an das Göttliche. Zum Bhakti-Yoga gehören Gebetsformeln und Lieder der Verehrung. Die Voraussetzungen für das Praktizieren von Bhakti-Yoga sind lediglich ein offenes Herz und die Bereitschaft, sich Gott zu öffnen.

Hatha-Yoga

Die jüngste der traditionellen Yoga Arten ist das Hatha-Yoga, das seine Blütezeit im 9. Jahrhundert in Indien erlebte. Hatha-Yoga basiert auf Patanjalis Raja-Yoga, ist hingegen körperbetont. Der Übungsweg besteht aus Körperhaltungen, Atemtechniken, Reinigungs- und Konzentrationsübungen. Für das moderne Yoga empfehlen wir Dir im Bereich Yoga-Zubehör an wichtiges Equipment wie Yoga-Blöcke und Yogagurte sowie für die Savasana an Augenkissen zu denken.

Die Unterdrückung von Yoga im indischen Mittelalter und in der Neuzeit

Im indischen Mittelalter wurde die Entwicklung des Yoga durch diverse fremde Einflüsse gehemmt. Islamisierte Steppenvölker eroberten Indien und es kam zu Kriegen. Strenge Religionssysteme führten dazu, dass Yoga in den Hintergrund rückte. Die großen Yoga- und Ayurveda-Zentren wurden geschlossen. Als die Engländer Indien im 17. Jahrhundert eroberten und kolonialisierten, wurde Yoga weitestgehend verboten. Die verschiedenen Yoga Stile und deren Lehre über die Praxis von Körper Übungen für Gesundheit und Entspannung wurden nur noch im Untergrund praktiziert und weiterentwickelt.

Eine neue Blütezeit erlebte das Yoga erst wieder ab dem Ende des 19. Jahrhunderts. Nun lehrten große Yogameister wie Ramakrishna, Vivekanada und Swami Sivananda verschiedene Praktiken. Die Lehrer trugen dazu bei, dass Yoga auch in den westlichen Ländern auf Interesse stieß und dass die wissenschaftliche Forschung zu Yoga begann. Mit der Unabhängigkeit Indiens ab 1947 wurden große Yoga-Zentren wiedereröffnet und es entstanden Yoga-Ashrams, die es auch heute noch gibt. Ashrams sind Orte, an denen spirituelle Gemeinschaften zeitweise oder dauerhaft leben und vom Anfänger bis hin zum Experten gemeinsam Yoga praktizieren. Zu dieser Zeit wurden erstmalig Yogalehrer systematisch ausgebildet.

Wie Yoga in den Westen gelangte

Ein wichtiger Anstoß für die zunehmende Yoga-Begeisterung im Westen war der Vortrag von Swami Vivekanada auf dem Weltparlament der Religionen 1893 in Chicago. Der hinduistische Mönch und Gelehrte war der erste Hindu, der auf dem Weltparlament sprechen durfte. Vivekanada trat für ein harmonisches Miteinander aller Religionen aus Ost und West ein. Sein Ziel war es, die indische Philosophie Vedanta, die Wissenschaft von der Befreiung, zu verbreiten und Kulturen auszutauschen.

Im Jahr 1894 entstand in New York die erste Vedanta-Vereinigung. Vivekanada reiste durch ganz Nordamerika sowie durch Deutschland, England und Frankreich und begeisterte die Zuhörer mit seinen Vorträgen. Andere indische Lehrer wie zum Beispiel Swami Sivananda, die sich an Vivekanada orientierten, setzten den Kulturaustausch zwischen Ost und West fort. Das Hatha-Yoga verbreitete sich zunächst in den USA und später in Europa. In den 1930er-Jahren entstand in Berlin die erste deutsche Yogaschule, die von Boris Sacharow gegründet wurde.

In Deutschland regten die Schriften von Swami Sivananda viele Menschen zum Yoga an. Als Hitler an die Macht kam, verhinderte er die weitere Ausbreitung des Yoga. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte dann der endgültige Durchbruch des Yoga - sowohl in Europa als auch in den USA. In den 1950er- und 1960er-Jahren eröffneten im Westen Yoga-Zentren, es kamen Bücher über Yoga heraus und es gab systematische Yogalehrer-Ausbildungen. Um 1968 entdeckte die Studenten- und Hippiebewegung Yoga, sodass viele Menschen in die indischen Ashrams pilgerten. Ab den 1980er-Jahren setzte sich Yoga als wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge durch. Im Laufe der Jahre entstanden große Yogaverbände, unzählige Yogaschulen sowie diverse Yogarichtungen und Spezialisierungen.

Moderne Yogarichtungen und Trends

Das moderne Yoga, wie wir es heute kennen, konzentriert sich hauptsächlich auf Asanas (Körperübungen). Aus dem traditionellen Hatha-Yoga aus Indien haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Spezialisierungen im Westen entwickelt. Gerade für Anfänger ist es deshalb oft nicht einfach, einen passenden Yogastil zu finden. Aufgrund der anhaltenden Weiterentwicklung des Yoga werden immer wieder neue Formen hervorgebracht. Inzwischen gibt es sogar Mischformen aus verschiedenen Sportarten, wie zum Beispiel Yogilates, ein Mix aus Yoga- und Pilates-Übungen. Bei YOGISAN findest Du Tipps, interessante und lehrreiche Artikel sowie anschauliche Videos aus der Praxis für Anfänger und Fortgeschrittene - welches ist Dein Lieblings-Video?

Über einige Yoga Arten kannst Du Dich hier informieren

Moderne Yoga Arten

Anusara Yoga

Diese Art des Yoga wurde 1997 von John Friend in den USA entwickelt. Anusara-Yoga basiert auf dem Hatha-Yoga und konzentriert sich besonders auf eine positive innere Einstellung. Die philosophischen Aspekte spielen bei dieser Form eine große Rolle. Anfänger finden hier leicht den Einstieg und können sich relativ schnell in eine Yogagruppe integrieren. Dabei stehen gerade Themen wie Entspannung und Gesundheit im Vordergrund.

Ashtanga Yoga

Ashtanga-Yoga ist eine schweißtreibende anspruchsvolle Form des Hatha-Yoga, aus der auch weitere Yoga-Arten wie Power-Yoga oder Vinyasa Flow Yoga abgeleitet werden. Die zwei wesentlichen Aspekte sind Atemtechniken (Pranayama) und Körperübungen (Asanas), die auf besondere Weise miteinander verknüpft werden. Ashtanga-Yoga wird auch als die "Königsklasse des Yoga" bezeichnet. Körper betonte Übungen stehen hier im Fokus der Asana Praxis - vom Sonnengruß über den Krieger bis hin zum Skorpion ist üben (Practice) der gelebte Yogastil.

Bikram Yoga

Bikram-Yoga ist eine Art des Hatha-Yoga, die vom Yogameister Bikram Choudhury entwickelt wurde. Eine Abfolge von 26 Übungen wird in einem 40 Grad heißen Raum durchgeführt, weshalb Bikram-Yoga auch Hot-Yoga genannt wird. Wer hier nichts in Schwitzen kommt, macht etwas falsch. Das Training ist nichts für schwache Nerven und ganz sicher nichts für untrainierte Einsteiger. Erst wenn Du fit und bei bester körperlicher Verfassung bist und über sehr gute und Kondition verfügst, solltest Du hier mit machen. Vorher aber noch sicherstellen, dass auch Dein Arzt keine Einwände hat. Die intensive Abfolge von Asanas bei derart hohen Temperaturen solltest Du, Deinem Kreislauf und Deiner Gesundheit zurliebe keinesfalls unterschätzen.

Hatha-Yoga

Das Wort "Hatha" wurde dabei zum Synonym für Kraft, Hartnäckigkeit und Unterdrückung, da es viel Ausdauer erfordert, ein Meister dieser Yoga-Schule zu werden. Direkt übersetzt besteht Hatha jedoch aus zwei ganz anderen Wörtern: "Ha" steht für die Sonne, "Tha" für den Mond. Hatha bedeutet deshalb vor allem, dass mit der Hilfe der dafür entwickelten Übungen alle Gegensätze – genau wie die Sonne und der Mond – zusammengeführt werden.

Jivamukti Yoga

Sharon Gannon und David Life gründeten diese Yoga-Form in den 1980er-Jahren in New York. Stars wie Madonna und Sting praktizieren begeistert Jivamukti-Yoga. Das Besondere an dieser Form ist, dass die Körperübungen fließend und dynamisch zu moderner Musik ausgeführt werden. Zum Jivamukti-Yoga gehören auch gemeinsames Singen und Meditation.

Kundalini Yoga

Kundalini-Yoga kommt aus dem Tantra und ist gekennzeichnet durch einfache Körperübungen, Meditation und Mantrengesänge, die im Sitzen ausgeführt werden. Das Kundalini-Yoga wurde von Yogi Bhajan in den 1970er-Jahren in den Westen gebracht.

Luna Yoga

Das Luna-Yoga wurde zu Beginn der 1980er-Jahre von Adelheid Ohlig gegründet. Bei dieser Form stehen die Sexualorgane und das Becken im Vordergrund. Die Ziele des Luna-Yoga sind eine Steigerung der Fruchtbarkeit und Kreativität sowie eine Verbesserung der inneren Stimmung unter Einbeziehung des Mondkalenders und der Jahreszeiten. Luna-Yoga spricht insbesondere Frauen mit Kinderwunsch, Menstruationsbeschwerden und Frauen in der Menopause an.

Power Yoga

Das Power-Yoga ist eine spezielle Form des Ashtanga-Yoga. Der Unterschied zum Ashtanga-Yoga ist, dass die Übungen und Atemtechniken beim Power-Yoga an die Praktizierenden angepasst werden. Der Körper ist fast permanent in Bewegung, weshalb diese Form sehr anstrengend ist. Der Star-Trainer Bryan Kest hat das Power-Yoga in Los Angeles entwickelt und unterrichtet Stars wie Madonna oder Drew Barrymore.

Yin Yoga

Das ruhige und meditative Yin-Yoga wurde von Paul Grilley in den 1980er-Jahren entwickelt und von Sarah Powers in den 1990er-Jahren unterrichtet. Beim Yin-Yoga geht es vor allem darum, zur Ruhe und inneren Mitte zu finden, das Bindegewebe und die Gelenke zu dehnen und verkrampfte Muskeln zu entspannen.